Der Blower-Door-Test

Am 27. Januar war es endlich soweit – es sollte sich herausstellen, ob unser Haus ausreichend luftdicht ist.

Da wir eine Lüftungsanlage verbaut haben und KfW-Fördermittel beantragt haben, war der sogenannte Blower-Door-Test unablässig.
Blower-Door-Test bedeutet wörtlich übersetzt "Gebläse-Tür-Test". Beim Test erfolgt eine Differenzdruckmessung, die zeigt, wie luftdicht ein Gebäude ist. Mit einem solchen Test lassen sich Lecks in der Gebäudehülle, über die Luft und damit Wärme verloren gehen, aufspüren und danach gezielt abdichten. Schwachstellen in der Gebäudehülle werden so aufgezeigt und schwerwiegende Bauschäden können vermieden werden. Natürlich werden dadurch auch die Heizkosten reduziert, da nirgendwo die warme Luft das Haus verlassen kann.

Relevante Blower-Door-Testwerte sind die zulässigen Höchstwerte der Luftwechselrate bei der Messung (n50-Wert). Die Luftwechselrate zeigt an, wie oft das Luftvolumen des Gebäudes in einer Stunde ausgetauscht wird. Grenzwerte sind:
3,0 für Gebäude ohne Lüftungsanlage (3 x pro Stunde)
1,5 für Gebäude mit Lüftungsanlage
0,6 bei Passivhaus-Standard

Umso aufgeregter waren wir also, ob wir unterhalb des Grenzwertes liegen werden. Schließlich wissen wir genau, wie viele Löcher in die Außenwand gebohrt wurden, und wie viel Arbeit wir investiert haben um diese sauber abzudichten. Erst wenn wir sichergestellt haben, dass wir unter dem Grenzwert liegen, können wir die Außenwände dämmen und mit dem Innenausbau weitermachen.

Nachdem die noch nicht dichten Stellen abgeklebt wurden (fehlende Haustüre, fehlende Glasscheibe, Kanäle, Zu- / Abluft für die Wärmepumpe, etc.) und vorab Schwachstellen geprüft wurden begann der Test, indem Luft aus dem Haus herausgesogen wurde. So entstand ein Unterdruck, der durch den Ventilator schrittweise erhöht wurde. Als Richtwert gelten hier 50 Pascal Luftdruckdifferenz (n50-Wert), das entspricht Windstärke 5. Bei konstantem Druck wurde nun gemessen, wie schnell wieder Luft durch Undichtigkeiten in das Gebäude eindringt. Ist die Luftwechselrate, bezogen auf das Gebäudevolumen, besonders hoch, muss nach Leckagen gesucht werden. Im nächsten Schritt blies der Ventilator Luft in das Gebäude hinein. Dadurch entstand ein Überdruck. Auch hier wurde die Luftwechselrate gemessen und protokolliert.

Unser Haus erreichte glücklicherweise einen Wert von 0,5. Wir liegen damit unter dem Grenzwert für ein Passivhaus.
Für den aktuellen Zustand ist das schon richtig gut, da einige Sachen nur provisorisch abgeklebt wurden. Auch hatten wir vergessen den Kanal für die Badewanne abzukleben...

Nun wissen wir sicher, dass unser Haus alle Anforderungen an ein KfW 40-plus Haus erfüllt und es auch wirklich dicht ist. Wir können nun mit dem Innenausbau weitermachen und den Nachweis an die KfW weitergeben, damit wir unsere Förderungen erhalten.


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